Von The Franc Reporter · Stand 02.11.2026

Für die Kassen von Bund und Kantonen geht es um bis zu 6 Milliarden Franken, und nach unserer Rechnung hat die Nationalbank dafür noch ein Polster von rund 15 Milliarden. Genau an diesem Polster nagt seit Ende September der starke Franken.

Die Ausgangslage steht im Zwischenbericht der SNB vom 30.10.2026: 44.2 Mrd. Franken Gewinn in den ersten drei Quartalen. Getragen hat ihn vor allem der schwächere Franken. Die wechselkursbedingten Gewinne betrugen 29.8 Mrd., weil der Dollar seit Ende 2025 um 5.2 Prozent auf 0.8342 Franken gestiegen ist und der Euro um 1.8 Prozent auf 0.9474 Franken. Aktien brachten 23.7 Mrd., Anleihen kosteten 22.6 Mrd. Die SNB warnt selbst, Rückschlüsse auf das Jahresergebnis seien «nur bedingt möglich».

Die Schwellen, die entscheiden

Wie viel ausgeschüttet wird, regelt die neue Vereinbarung zwischen Finanzdepartement und SNB vom 01.10.2026 für die Jahre 2026 bis 2030. Ab einem Bilanzgewinn von 2 Mrd. fliesst ein Grundbetrag von 2 Mrd. Je eine weitere Milliarde kommt dazu, wenn der Bilanzgewinn 10, 20, 30 und 40 Mrd. erreicht. Das Maximum sind 6 Mrd. Neu ist ein Detail: Die SNB senkt die Mindestzuweisung an ihre Rückstellungen für Währungsreserven von 10 auf 8 Prozent, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Bankrat. Der Bilanzgewinn ist das Jahresergebnis minus diese Zuweisung plus die Ausschüttungsreserve aus den Vorjahren.

Alle drei Grössen stehen in der Bilanz per 30.09.2026. Die Rückstellungen betragen 140.1 Mrd., 8 Prozent davon sind 11.2 Mrd. Die Ausschüttungsreserve liegt bei 22.3 Mrd. Wäre das Geschäftsjahr Ende September zu Ende gewesen, hätte der Bilanzgewinn 55.4 Mrd. betragen, weit über der Schwelle von 40 Mrd.

Daraus lässt sich zurückrechnen, was die SNB fürs ganze Jahr mindestens braucht. Für die vollen 6 Mrd. reicht ein Jahresergebnis von 28.9 Mrd. Das sind rund 15.4 Mrd. weniger als die 44.2 Mrd. nach neun Monaten (ungerundet 44.24 minus 28.86 Mrd.). So viel darf das vierte Quartal also kosten, bevor die sechste Milliarde fällt. Für 5 Mrd. reichen 18.9 Mrd. Jahresergebnis, für 4 Mrd. wie im letzten Jahr 8.9 Mrd. Eine Einschränkung gehört dazu: Die 8 Prozent sind ein Minimum. Weist der Bankrat mehr zu, wird der Puffer kleiner, pro zusätzlichen Prozentpunkt um rund 1.4 Mrd.

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Was die SNB 2026 mindestens verdienen muss (eigene Rechnung aus Zwischenbericht 30.09.2026 und Vereinbarung 01.10.2026, Zuweisung 8 % von 140.1 Mrd., Ausschüttungsreserve 22.3 Mrd.) · 6 Mrd. Ausschüttung: Jahresergebnis ab 28.9 Mrd. · 5 Mrd.: ab 18.9 Mrd. · 4 Mrd.: ab 8.9 Mrd. · Stand nach neun Monaten: 44.2 Mrd.

Was der Franken seither macht

Hier kommt der Oktober ins Spiel. Die Devisenanlagen der SNB waren Ende September 810.7 Mrd. Franken wert. Ein einfaches Rechenbeispiel: Steigt der Franken gegenüber allen Anlagewährungen gleichzeitig um 1 Prozent, verlieren diese Anlagen umgerechnet rund 8.1 Mrd. an Wert. Der Puffer von 15.4 Mrd. entspricht damit einer Franken-Aufwertung von knapp 2 Prozent auf alles.

Seit Ende September hat der Franken gegenüber den beiden wichtigsten Währungen deutlich zugelegt. Laut den Referenzkursen der EZB kostete ein Euro am 30.09.2026 noch 0.9478 Franken, am 02.11.2026 nur noch 0.9193. Das sind 3.0 Prozent weniger. Der Dollar fiel im selben Zeitraum, aus den EZB-Kursen errechnet, von 0.8347 auf 0.8196 Franken, also um 1.8 Prozent.

Das heisst nicht, dass der Puffer schon weg ist. Wie die Devisenanlagen auf die einzelnen Währungen verteilt sind, steht nicht im Zwischenbericht, und Aktien, Anleihen und Gold bewegen sich mit. Unsere Einschätzung: Die 44.2 Mrd. lassen die volle Ausschüttung sicherer aussehen, als sie ist. Ob die sechste Milliarde kommt, hängt weniger an den ersten neun Monaten als daran, wo Franken und Börsen am 31. Dezember stehen. Schwächt sich der Franken bis dahin wieder ab, wächst der Puffer.

Zwei Drittel der Ausschüttung gehen an die Kantone, ein Drittel an den Bund. Bei 6 Mrd. wären das 4 Mrd. für die Kantone und 2 Mrd. für den Bund, ausbezahlt im zweiten Quartal 2027. Für 2025 gab es laut SNB-Mitteilung vom 09.01.2026 bei einem Gewinn von rund 26 Mrd. insgesamt 4 Mrd.

Was kommt als Nächstes

Am 10.12.2026 folgt die geldpolitische Lagebeurteilung der SNB. Die ersten Angaben zum Jahresergebnis 2026 und damit zur Ausschüttung veröffentlicht die SNB laut ihrem Terminkalender am 08.01.2027 um 07:15, das definitive Ergebnis am 01.03.2027.

Allgemeine Information, keine Anlageberatung.

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