Der Nasdaq Composite schloss am 05.11.2026 bei 24'315 Punkten, 5,52% bzw. 1'421,52 Punkte unter dem Vortag. Laut CNBC liegt der Index damit mehr als 10% unter dem Rekordschluss vom Oktober und gilt als in einer Korrektur. Der S&P 500 verlor 4,4%, der Dow Jones Industrial Average 3,4%. In Zürich gab der SMI nur 0,37% auf 14'967,73 Punkte nach. Schweizer Tech-Titel verloren deutlich mehr.

Warum die Kurse fallen

Auslöser war laut CNBC (05.11.2026, Update 16:00 EST) und Reuters via Euronext ein Ausverkauf bei Chip- und KI-Titeln. Qualcomm verlor laut CNBC rund 10%, nachdem der Ausblick für Smartphone-Chips hinter den Erwartungen zurückblieb. Arm stand ebenfalls unter Druck.

Dazu kommt die politische Lesart der US-Zwischenwahlen: Laut NBC News (Update 15:55 EST) und Reuters fürchten Anleger, dass ein demokratisch kontrollierter Kongress sowie Siege in Schlüsselstaaten den Ausbau von KI-Rechenzentren bremsen könnten. Kandidaten, die Moratorien für neue Rechenzentren forderten, gewannen laut Reuters unter anderem in Texas und Georgia. Der Philadelphia Semiconductor Index lag laut NBC gegen Handelsschluss rund 11% im Minus.

Einen Tag zuvor hatten die US-Börsen noch klar zugelegt. Am Mittwoch schloss der Dow laut cash.ch/awp 3,03% höher bei 53'356,12 Punkten, der S&P 500 1,58% höher bei 7'688,62. Dieser Vorsprung ist am Donnerstag wieder weg.

Schweiz: SMI hält sich, Tech nicht

An der SIX schloss der SMI am 05.11.2026 laut cash.ch/awp (18:15) 0,37% tiefer bei 14'967,73 Punkten, nach einem Rekordvormittag bei 15'092. Der SPI verlor 0,34% auf 21'085,19, der SMIM schloss praktisch unverändert bei 3'269,62.

Unter Druck standen vor allem Tech- und Zuliefertitel: ABB −4,2% (China blockiert den geplanten Robotik-Verkauf an Softbank), Logitech −3,3%, VAT −3,5%, Comet −6,3%, Inficon −7,5%, AMS Osram −13,0%. Auch Belimo (−2,7%), Accelleron (−1,9%) und Huber+Suhner (−2,3%) gaben nach. Bei den Banken verloren UBS 3,4% und Julius Bär 4,6%.

Defensive Titel stützten: Nestlé +1,6%, Swiss Re +2,0% auf 159,20 Franken nach den Neunmonatszahlen, Zurich +1,0%, Swisscom +3,3%, Tecan +7,1%.

❝

Blick auf die Schweiz

Der Leitindex verlor weniger als ein Zehntel dessen, was der Nasdaq in Prozent abgab. Wer Schweizer Tech und Halbleiterzulieferer hält, sah am selben Tag aber Verluste von 3% bis 13%, näher am US-Chipmarkt als am SMI.

Franken und Dollar: die Rechnung

Laut EZB-Referenzkursen vom 05.11.2026 kostete 1 Euro 0,9180 Franken und 1,1224 Dollar. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Dollar-Franken-Kurs von 0,8179 (0,9180 ÷ 1,1224). Am 04.11.2026 lag EUR/CHF bei 0,9188 und EUR/USD bei 1,1267, also USD/CHF bei 0,8155. Der Franken wurde gegenüber dem Euro leicht fester, gegenüber dem Dollar etwas schwächer.

Ein Beispiel ohne Prognose: Ein US-Aktienpaket im Wert von 10'000 Dollar war am 04.11. zum EZB-Kurs rund 8'155 Franken wert. Verliert dasselbe Paket in Dollar 5,5% (wie der Nasdaq Composite) und rechnet man mit dem EZB-Kurs vom 05.11., bleiben 9'450 Dollar bzw. rund 7'729 Franken. Das Minus in Franken liegt bei etwa 5,2%, etwas weniger als in Dollar, weil der Dollar zum Franken leicht zulegte. Umgekehrt: Wer nur den SMI hält, sah am selben Tag ein Minus von 0,37%.

Was das für dich heisst

Für Leserinnen und Leser in der Schweiz zählt dreierlei: erstens der Kursverlust in der Heimatwährung der Titel (meist Dollar), zweitens der Wechselkurs zum Franken, drittens wie stark dein Depot in US-Tech, Schweizer Tech oder defensiven SMI-Werten steckt. Der SMI allein sagt wenig über einen globalen Chip-Ausverkauf; Logitech, VAT oder Comet schon eher.

Ob strengere Regeln für Rechenzentren wirklich Investitionen bremsen, sagt keine der zitierten Quellen verbindlich. NBC und Reuters beschreiben eine Markterwartung, kein Gesetz. Eine Prognose machen wir nicht.

Was als Nächstes zählt: die nächsten US-Schlusskurse (ob die Korrektur am Nasdaq hält), Statements zu Rechenzentrums-Projekten in Texas und Georgia, und der EZB-Referenzkurs Dollar/Franken an den folgenden Werktagen.

Allgemeine Information, keine Anlageberatung.

Reply

Avatar

oder teilnehmen

Keep Reading